Virtuelle Datenräume in der Kunst: Ausstellung im ZKM in Karlsruhe

8.8.2019

Spricht man von virtuellen Datenräumen, sind gemeinhin die Cloud-Anwendungen gemeint, die im Falle einer Firmenübernahme oder eines Immobilienverkaufs den sicheren Austausch von Dokumenten gewährleisten. So wie die digitalen oder virtuellen Datenräume von dataroomX®. Stellt man sich diese allerdings als Kunstobjekt oder gar -installation vor, ist sehr viel Kreativität gefragt.

Das skulpturale Phänomen virtueller Datenräume

Und um so spannender an dieser Stelle auch mal die künstlerische Seite virtueller Datenräume zu beleuchten. Dies kann man zumindest als Kunstinteressierter noch bis zum 11. August 2019 im ZKM in Karlsruhe tun. Alle Exponate thematisieren das skulpturale Phänomen in Relation zu vielfältigen Raumvorstellungen: Freiräume, Um-, Hohl- und Zwischenräume, Spiegel-, Licht- und Schattenräume und eben virtuelle Datenräume.

Im Centre Pompidou fing alles an

Die letzte Ausstellung, die sich umfassend mit der Frage »Was ist moderne Skulptur?« beschäftigt hat, fand 1986 im Centre Georges Pompidou in Paris unter dem Titel »Qu’est-ce que la sculpture moderne?« statt. Die Ausstellung »Negativer Raum« im ZKM hebt den Speer dort auf, wo ihn das Centre Pompidou fallen ließ.

Von der westlichen Skulptur als geschlossener Körper

Die Geschichte der westlichen Skulptur ist seit der Antike auf das Engste mit der Idee des Körpers verbunden. Ob geschnitzt, modelliert oder gegossen, Statuen wurden über Jahrhunderte als solide Monolithe entworfen – als feste und in sich geschlossene Körper, als mehr oder minder mächtige und gewichtige Positiva im Raum. Unsere Vorstellungen und Erwartungen davon, was eine moderne oder zeitgenössische Skulptur ist, werden noch immer wesentlich von eben jenem Konzept der Körperskulptur geprägt, das formal auf den drei elementaren Kategorien Masse, Volumen und Schwerkraft gründet. Ob körperbezogen wie bei Auguste Rodin oder abstrahiert wie bei Richard Serra, Skulptur ist immer noch in erster Linie Masse, Volumen und Gravitation.

Die andere Geschichte der Skulptur

(Foto: ZKM)

Die Ausstellung »Negativer Raum« möchte den Blick auf die moderne und zeitgenössische Skulptur ändern und eine andere Geschichte der Skulptur erzählen. Ziel der Ausstellung ist es, die Beziehungen von Skulptur und Raum dezidiert vom Raum aus zu denken. Alle Exponate thematisieren das skulpturale Phänomen in Relation zu vielfältigen Raumvorstellungen: Freiräume, Um-, Hohl- und Zwischenräume, Spiegel-, Licht- und Schattenräume, virtuelle Datenräume etc. Die Ausstellung bietet einen umfassenden Überblick zur Kunst der Skulptur, die entgegen der traditionellen Definition der Kontur, Leere und Levitation verpflichtet ist: leicht statt schwer, nicht voll doch leer, geöffnet statt geschlossen, diaphan statt dicht, luftig und licht.

Entwicklungssprung von der Körperplastik zur Raumplastik

Infolge der Fortschritte in den Naturwissenschaften und der Architektur, der Entwicklung neuer Werkstoffe, Konstruktionstechniken und der Orientierung von der zweidimensionalen Fläche der nicht-gegenständlichen Malerei in den dreidimensionalen Raum vollzog sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein Entwicklungssprung von der Körperplastik zur Raumplastik. Dass dabei nicht nur zeitgenössische Raumtheorien die künstlerische Imagination aktivierten, sondern ebenso mathematische Gips- und Drahtmodelle aus dem 19. und 20. Jahrhundert wird in der Ausstellung anhand von Exponaten aus den mathematischen Sammlungen der TU Darmstadt, TU Freiberg, der Georg-August-Universität Göttingen und Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg sowie des KIT Karlsruhe zu erkunden sein.

Neue wegweisende künstlerische Positionen

Anhand von mehr als 200 wegweisenden künstlerischen Positionen, die neue Ansätze der Skulptur durch Verfahren und Modelle der Abstraktion, der Konstruktion und Nicht-Gegenständlichkeit entwickeln, werden vielfältige Bezüge im Raum herausgearbeitet und das Konzept des »Negativen Raums« entfaltet. Aufgezeigt werden die Entwicklungslinien der Raumskulptur ausgehend von Kubismus, Konstruktivismus, Neo-Konstruktivismus, Minimal Art hin zu installativen immersiven Environments. Für die Tageszeitung FAZ ist die Ausstellung eine „klug zusammengestellte, hochkarätig besetzte und kurzweilig arrangierte Ausstellung“. Und sie merkt an: „Wer sich darauf einlässt, verlässt Karlsruhe mit einem ganz neuen Raumgefühl.“

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