Mit mobilen Endgeräten Verträge unterschrieben

4.11.2017

Dokumente, die eine rechtssichere Unterschrift benötigen (wie Verträge, Vollmachten oder Formulare), können ab sofort auch mit mobilen Endgeräten unterschrieben werden. Die Bundesdruckerei bietet als erstes deutsches Unternehmen mit sign-me eine Fernsignatur-Lösung an, die den Anforderungen der Verordnung über elektronische Identifizierung und Vertrauensdienste, kurz eIDAS, entspricht. „Mit der Fernsignatur über sign-me lassen sich bisher papierbasierte Unterschriftsprozesse komplett elektronisch abwickeln – und das komfortabel über PC, Tablet und Smartphone, rechtsverbindlich und im gesamten EU-Raum“, sagt Ulrich Hamann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Bundesdruckerei GmbH.

Komplettlösung der Bundesdruckerei ermöglicht digitale „Handysignatur“

Online mit digitalen Endgeräten Verträge abschliessen (Foto: psdesign1, fotolia.com)

Der webbasierte Service der Bundesdruckerei ist eine Komplettlösung: von der Identifizierung des Anwenders bis zur fern ausgelösten elektronischen Signatur. Es werden nur PC oder Tablet, eine Internet-Verbindung und ein Smartphone benötigt, jedoch keine Hardware- oder Software-Installation mehr. Für die Identitätsprüfung stehen unterschiedliche moderne und sichere Verfahren zur Verfügung, darunter die Online-Ausweisfunktion des Personalausweises (ab Ende 2017), die Online-Identifizierung und die Identifizierung am Point-of-Sale. Verläuft die Identitätsprüfung erfolgreich, kann das Dokument elektronisch unterschrieben werden. Nach Anmeldung mit Benutzername und Passwort wird die Fernsignatur durch Eingabe einer SMS-TAN ausgelöst. Über eine Web-Schnittstelle lässt sich sign-me direkt in die Online-Angebote und in die Archiv- und Dokumentenmanagement-Software von Unternehmen und Behörden einbinden.

TÜV bestätigt Rechtswirksamkeit im gesamten EU-Bereich

Die technischen Bestandteile von sign-me (ein qualifiziertes, eIDAS-konformes Personenzertifikat und Signaturkomponenten) werden auf hochsicheren Servern der Bundesdruckerei-Tochter D-TRUST gespeichert bzw. betrieben. Die TÜV Informationstechnik GmbH hat die Konformität der Fernsignatur-Lösung mit der eIDAS-Verordnung bestätigt. Die Bundesnetzagentur als deutsche Aufsichtsbehörde hat sign-me in die nationale eIDAS-Vertrauensliste aufgenommen. Nun kann mit der neuen Signaturlösung der Bundesdruckerei in der gesamten EU rechtswirksam signiert werden.

Digitale Signatur steckt noch in den Kinderschuhen

Laut der aktuellen Studie der Bundesdruckerei „Digitalisierung und IT-Sicherheit 2017“ nutzt nur jedes sechste Unternehmen (16 Prozent) in Deutschland digitale Signaturen für seine Geschäftsprozesse. Weitere acht Prozent planen eine Einführung. „Mit der Fernsignatur werden sich digitale Signaturen von einer Nischenanwendung zu einer europaweit eingesetzten elektronischen Alternative zur handschriftlichen Unterschrift entwickeln“, sagt Hamann. „Das Ergebnis sind durchgängig digitale Workflows, geringere Kosten, optimierte Geschäftsprozesse und höhere Umsätze durch verringerte Abbruchraten bei Vertragsabschlüssen.“ Einer der Vorreiter bei digitalen Signaturen ist Estland, insbesondere bei den eGovernment-Diensten. Die Effizienzgewinne dort durch den flächendeckenden Einsatz digitaler Signaturen betragen nach Angaben der estnischen Regierung bis zu zwei Prozent des jährlichen Bruttoinlandsprodukts; in Deutschland wären das umgerechnet rund 60 Milliarden Euro. „Die neue Fernsignatur-Lösung der Bundesdruckerei gibt den Online-Angeboten von Banken und Versicherungen einen großen Schub“, so Hamann. Wo eine Schriftform erforderlich ist, können nun digitale Signaturen eingesetzt werden – zum Beispiel bei der Kreditvergabe und der Kontoeröffnung. Versicherungen ermöglicht die Fernsignatur komplett digitalisierte Antrags- und Entscheidungsprozesse – auch bei Anträgen, die Gesundheitsfragen beinhalten.

Fernsignatur bietet Vorteile in allen Bereichen

Wichtige behördliche Einsatzbereiche der Fernsignatur mit sign-me sind öffentliche Ausschreibungen über elektronische Vergabe-Plattformen, zudem Förderanträge oder Baugenehmigungen. Krankenhäuser können zusätzliche Unterlagen direkt in die elektronische Patientenakte aufnehmen, etwa OP-Einwilligungserklärungen, Aufklärungsbögen und Wahlleistungsvereinbarungen.

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