Datenräume sind sicherer als die Festplatte – Die IT-Security Trends 2017

5.1.2017

Datenräume – auch international als data rooms bezeichnet – schützen den Mittelstand vor einer riesigen Internet-Angriffswelle. Cloud-Anwendungen sind sicherer als jede Festplatte im Unternehmen, so der Verband der Internetwirtschaft e. V. Er rät jetzt dazu, wichtige Daten auf Cloud-Servern zu speichern. „Als eine Sicherheitsmaßnahmen gegen Krypto-Viren sieht das eco, wichtige Daten über eine Festplatte hinaus in der Cloud zu speichern. In diesem Szenario ist die Cloud sicherer als die Festplatte“, sagt Oliver Dehning, Leiter der eco Kompetenzgruppe Sicherheit. Unter Krypto-Viren oder Ransomware bezeichnet man Verschlüsselungstrojaner, die eine Festplatte ungewollt verschlüsseln und dem Benutzer erst wieder Zugang gegen Zahlung eines Lösegeldes gewähren.

Datenräume sind Schutzmantel gegen Wirtschaftsspione & Kriminelle

(Foto: contrastwerkstatt fotolia.com)

Der Internetverband ist mit mehr als 900 Mitgliedsunternehmen der größte Verband der Internetwirtschaft in Europa. Oliver Dehning erläutert: „Die IT-Welt wird immer komplexer und durchzieht alle Bereiche der Wirtschaft und des täglichen Lebens. Immer mehr Systeme und Geräte sind mit dem Internet verbunden und damit leider auch via Internet angreifbar. Die Vorfälle, bei denen Systeme betroffen sind, die mit IT nicht primär in Verbindung gebracht werden, werden sich weiter häufen. Dazu gehören Maschinensteuerungen, Haussteuerungen, IP-Kameras, Autos etc. Es ist zu befürchten, dass die jüngste DDoS-Attacke auf Amazon, Twitter & Co. erst den Anfang einer ganzen Reihe spektakulärer Angriffe aus dem Internet of Things im nächsten Jahr markiert.“ Der eco Experte erwartet allerdings, dass die größten Schäden auch im neuen Jahr durch schon bekannte Angriffsszenarien angerichtet werden. Er nennt vor allem Ransomware, CEO-Fraud, DDoS-Attacken und den Diebstahl von Zugangsdaten in großem Stil.

Angriffswelle rollt auf den Mittelstand zu

Beim CEO-Fraud geben sich Täter – nach Sammlung von Informationen über das anzugreifende Unternehmen – beispielsweise als Geschäftsführer (CEO) gegenüber den Beschäftigten aus und veranlassen den Transfer eines größeren Geldbetrages ins Ausland. „Diese Angriffswelle rollt auf den deutschen Mittelstand zu“, befürchtet Oliver Dehning. Das Bundeskriminalamt und die Landeskriminalämter haben bereits Warnungen herausgegeben.

Skepsis beim EU-US Privacy Shield

Skeptisch ist der Sicherheitsfachmann, ob die neuen Standardvertragsbedingungen für die Übertragung personenbezogener Daten aus der EU in die USA einer rechtlichen Überprüfung standhalten werden. „Es könnte sein, dass der EU-US Privacy Shield 2017 gekippt wird“, spekuliert Oliver Dehning. Er erklärt: „Wir benötigen eine grundlegende Einigung zwischen der EU und den USA zu Grundsätzen des Datenschutzes, mit wirksamen Mechanismen zur Durchsetzung von Bürgerrechten auf beiden Seiten des Atlantiks.“

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